SIBO Academy by Dr. Thomas Bacharach
SIBO Academy by Dr. Thomas Bacharach
24. September 2023
SIBO & SIBO Symptome

SIBO: Was ist das und was für Symptome sind typisch?

SIBO – Was ist das eigentlich?

SIBO ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck „Small Intestinal Bacterial Overgrowth“, auf Deutsch „Dünndarmfehlbesiedlung“. SIBO beschreibt die krankhafte Vermehrung von Bakterien im Dünndarm. Im gesunden Zustand ist der Dünndarm, im Gegensatz zum Dickdarm, nur spärlich mit Bakterien besiedelt. Die Menge an Bakterien kann in koloniebildenden Einheiten (KBE) gemessen werden. Im Dickdarm befinden sich ungefähr 10^10-10^12 KBE/ml. In Worten sind dies 10 Milliarden bis eine Billion Bakterien. Der Dünndarm hingegen beinhaltet nur 10^2-10^8 KBE/ml, wobei die Menge im Verlauf des Darms von Duodenum über Jejunum bis hin zum Ileum zunimmt. (1)

Die Prävalenz, also die Krankheitshäufigkeit, der SIBO ist nicht genau bekannt. Je nach Quelle werden zwischen 2,5% und 22% angegeben (2). Konservative Schätzungen gehen von einer weltweiten Prävalenz von 11% aus.

SIBO-Symptome

Aufgrund des vermehrten Bakterienwachstums am falschen Platz kommt es zu einer Überforderung des Dünndarms. Der Dünndarm kann mit der von den Bakterien produzierte Menge an Gasen und Giftstoffen nicht umgehen. Die Folgen sind Symptome wie Bauchschmerzen, Blähbauch, Durchfall, Verstopfung, Aufstoßen, Völlegefühl und Sodbrennen. Einige Patienten klagen auch über Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und depressive Verstimmungen. Nicht alle 11% der Weltbevölkerung sind so schwer betroffen, dass sie therapeutische Hilfe benötigen. In manchen Fällen verläuft eine SIBO auch komplett asymptomatisch.

Die Symptome setzen typischerweise in den ersten 120 Minuten nach der Nahrungsaufnahme ein und können durch eine FODMAP-reiche Ernährung verstärkt werden. FODMAPs (fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide und Polyole) sind fermentierbare Kohlenhydrate und dienen Bakterien als Nahrung. Die Lebensmittel, in denen sie vorkommen, sind komplett unterschiedlich. Über Getreide, Milchprodukte, Pilze, Kohl und Hülsenfrüchten ist alles dabei.

Eine Besserung der Symptome erfolgt meist nach längeren Nüchternphasen. So sind die Beschwerden am Morgen oftmals besser und nehmen im Verlauf des Tages mit zunehmender Nahrungsaufnahme zu.

Die Behandlung einer SIBO sollte durch einen Arzt durchgeführt werden und umfasst spezifische Diäten, Antibiotika und Probiotika. Zur Diagnosestellung einer SIBO eignet sich der SIBO Atemgastest.

Quellen

  1. Cresci GA, Bawden E. Gut Microbiome: What We Do and Don’t Know. Nutr Clin Pract. 2015 Dec;30(6):734-46. doi: 10.1177/0884533615609899. Epub 2015 Oct 8. PMID: 26449893; PMCID: PMC4838018.
  2. Skrzydło-Radomańska B, Cukrowska B. How to Recognize and Treat Small Intestinal Bacterial Overgrowth? J Clin Med. 2022 Oct 12;11(20):6017. doi: 10.3390/jcm11206017. PMID: 36294338; PMCID: PMC9604644.

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