09. März 2024
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

CED Übersicht

CED – Was ist das eigentlich?

Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED, engl. inflammatory bowel disease (IBD)) ist der Überbegriff für Krankheitsbilder, bei denen es zu Entzündungen im Verdauungstrakt kommt. Diese treten entweder schubweise oder kontinuierlich auf. Die beiden Hauptformen der CED sind Morbus Crohn (MC) und Colitis Ulcerosa (CU). Während die Entzündung bei CU eher auf den Dick- & Enddarm beschränkt ist (1), kann sie bei MC im gesamten Gastrointestinaltrakt vorkommen (2,3). Am häufigsten ist MC allerdings im Ileum oder Kolon zu finden (3).

Die Symptome sind von Patient zu Patient verschieden. Häufige Symptome sind Durchfälle, Übelkeit, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, ein allgemeines Krankheitsgefühl & Fieber (3). Während bei CU die Durchfälle durchaus blutig sein können (1), kommt dies bei MC eher seltener vor (3). Häufig treten diese Symptome schubweise auf, mit Phasen der Remission dazwischen.

In Deutschland kommt eine CU in 1/198 und ein MC in 1/310 Fällen vor (4). Meist tritt die Erstmanifestation im jungen Erwachsenenalter auf, jedoch ist auch ein früheres Auftreten möglich (4).

Mögliche Ursachen für eine CED

Die Entstehung einer CED hat multifaktorielle Ursachen. Veränderungen im Darmmikrobiom, eine geschädigte Darmschleimhaut und genetische Komponenten zählen zu den Risikofaktoren für die Entwicklung einer CED (1,3).  Auch Umweltfaktoren wie Rauchen, Ernährung und Hygiene können einen Einfluss haben (5).

Diagnose der CED & Behandlungsoptionen

Für die Stellung der Erstdiagnose eines MC wird eine körperliche Untersuchung, eine bildgebende Untersuchung in Form einer Endoskopie und sonographische / radiologische Techniken zur Hilfe genommen (2). Zudem ist eine ausführliche Differentialdiagnose nötig.

Es gibt verschiedene Behandlungsoptionen für die CED. Hierzu zählen pharmakologische, operative, ernährungstherapeutische und komplementärmedizinische Ansätze. Eine komplette Heilung einer CED ist momentan allerdings nicht möglich (3).

 

Quellen

  1. Ordás I, Eckmann L, Talamini M, Baumgart DC, Sandborn WJ. Ulcerative colitis. Lancet. 2012 Nov 3;380(9853):1606-19. doi: 10.1016/S0140-6736(12)60150-0. Epub 2012 Aug 20. PMID: 22914296.
  2. Sturm A, Atreya R, Bettenworth D, Bokemeyer B, Dignaß A, Ehehalt R, Germer C, Grunert PC, Helwig U, Herrlinger K, Kienle P, Kreis ME, Kucharzik T, Langhorst J, Maaser C, Ockenga J, Ott C, Siegmund B, Zeißig S, Stallmach A; Collaborators:. Aktualisierte S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) – August 2021 – AWMF-Registernummer: 021-004. Z Gastroenterol. 2022 Mar;60(3):332-418. German. doi: 10.1055/a-1713-3941. Epub 2022 Mar 9. PMID: 35263784.
  3. Feuerstein JD, Cheifetz AS. Crohn Disease: Epidemiology, Diagnosis, and Management. Mayo Clin Proc. 2017 Jul;92(7):1088-1103. doi: 10.1016/j.mayocp.2017.04.010. Epub 2017 Jun 7. PMID: 28601423.
  4. Wehkamp, Jan; Götz, Martin; Herrlinger, Klaus; Steurer, Wolfgang; Stange, Eduard F.; Chronisch entzündliche Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa – Inflammatory bowel disease: Crohn’s disease and ulcerative colitis
  5. Ursachen einer CED-Erkrankung; DCCV e.V. (Deutsche Morbus Crohn / Colitis Ulcerosa Vereinigung); Krankheitsursachen | DCCV e.V.; zuletzt geprüft: 25.03.2023

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