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SIBO (Dünndarmfehlbesiedlung): Symptome, Ursachen & Therapie

Blähbauch, Verdauungsprobleme oder Brain Fog? Vielleicht ist nicht Reizdarm, sondern SIBO die Ursache! Erfahre, wie sich SIBO von Reizdarm unterscheidet, welche Symptome es gibt und welche Behandlungen helfen.

Dr. Thomas Bacharach

DR. THOMAS BACHARACH

Facharzt für Allgemeinmedizin

🕑 Lesezeit: 10–12 Minuten

👆 Das Wichtigste in Kürze

  • SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth. Auf Deutsch spricht man von einer Dünndarmfehlbesiedlung, kurz DDFB. Dabei befinden sich zu viele oder ungünstige Bakterienarten im Dünndarm.1,2
  • Typische Beschwerden sind Blähbauch, Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Völlegefühl und manchmal auch Müdigkeit oder Brain Fog. Viele Betroffene erhalten zunächst die Diagnose Reizdarm, weil sich die Beschwerden stark überschneiden können.2,3
  • Ein häufiger SIBO Test ist der Atemgastest mit Glukose oder Laktulose. Er misst Wasserstoff und Methan in der Atemluft. Die Therapie sollte nicht nur Bakterien reduzieren, sondern auch Ursachen wie Motilitätsstörungen, Verdauungssäfte, Medikamente oder anatomische Faktoren berücksichtigen.1,4

✔ Quellenbasiert:
Dieser Beitrag orientiert sich an medizinischen Fachquellen zu SIBO, klinischen Leitlinien und Konsensus-Empfehlungen zum Atemgastest. SIBO kann viele Ursachen haben und sollte nicht nur symptomatisch behandelt werden. Entscheidend sind eine saubere Diagnostik, die Einordnung der Beschwerden und ein Therapiekonzept, das die zugrunde liegenden Auslöser mit berücksichtigt.
1,2,4,5

SIBO / DDFB: Was ist eine Dünndarmfehlbesiedlung? Symptome, Ursachen, Atemgastest und Therapie

1. Warum SIBO so häufig übersehen wird
2. Was ist SIBO beziehungsweise DDFB?
3. Bakterien im Darm: Dickdarm ja, Dünndarm nur begrenzt
4. Warum der Dünndarm normalerweise nicht überwuchert
5. Schwangerschaftsähnlicher Blähbauch und Brain Fog
6. SIBO Test: Was ist ein Atemgastest?
7. Ursachen: Warum entsteht eine Dünndarmfehlbesiedlung?
8. Therapie: Was kann bei SIBO helfen?
9. Checkliste: Wann sollte man an SIBO denken?
10. FAQ: Häufige Fragen zu SIBO
11. Glossar
12. Quellen

1. Warum SIBO so häufig übersehen wird

Viele Menschen mit chronischen Verdauungsbeschwerden bekommen irgendwann die Diagnose Reizdarmsyndrom. Das ist verständlich, denn die Beschwerden können sehr ähnlich aussehen: Blähbauch, Bauchkrämpfe, Durchfall, Verstopfung, Unverträglichkeiten und das Gefühl, dem eigenen Darm nicht mehr vertrauen zu können.2,3

Für Betroffene ist das oft extrem belastend. Manche planen ihren Alltag danach, wo die nächste Toilette ist. Andere essen aus Angst vor Beschwerden nur noch wenige Lebensmittel. Wieder andere wirken nach außen gesund, fühlen sich aber innerlich ständig erschöpft, benebelt oder aufgebläht.

Eine mögliche Ursache hinter solchen Beschwerden ist SIBO, also eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms. Die gute Nachricht: Wenn tatsächlich eine Dünndarmfehlbesiedlung vorliegt, lässt sie sich gezielter untersuchen und häufig auch gezielter behandeln als ein unspezifisches „Reizdarm“-Etikett.1,4

Wichtig ist aber:

  • SIBO ist nicht bei jedem Blähbauch die Ursache.
  • Ein positiver Test muss immer zu den Beschwerden passen.
  • Eine Therapie sollte nicht nur Bakterien „bekämpfen“, sondern auch die Frage klären, warum sie sich überhaupt im Dünndarm vermehren konnten.

2. Was ist SIBO beziehungsweise DDFB?

SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth. Übersetzt bedeutet das: bakterielle Überwucherung des Dünndarms. Im Deutschen wird häufig der Begriff Dünndarmfehlbesiedlung verwendet. Die Abkürzung dafür lautet DDFB.1,2

Bei SIBO befinden sich im Dünndarm entweder:

  • zu viele Bakterien,
  • ungünstige Bakterienarten,
  • oder Bakterien an einer Stelle, an der sie in dieser Menge nicht hingehören.

Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Bakterien „böse“ oder klassische Krankheitserreger sind. Häufig handelt es sich um Bakterien, die im Dickdarm völlig normal vorkommen. Problematisch wird es, wenn sie im Dünndarm zu aktiv werden.1

Der Dünndarm ist nämlich vor allem für die Aufspaltung und Aufnahme von Nährstoffen zuständig. Wenn dort zu viele Bakterien mitessen, können sie Kohlenhydrate fermentieren, Gase bilden, Gallensäuren verändern und Nährstoffe verbrauchen, die eigentlich für den Körper bestimmt waren.1,2

3. Bakterien im Darm: Dickdarm ja, Dünndarm nur begrenzt

Bakterien sind nicht grundsätzlich schlecht. Im Gegenteil: Sie sind ein wichtiger Teil unseres Mikrobioms. Die meisten Darmbakterien befinden sich im Dickdarm. Dort erfüllen sie wichtige Aufgaben:

  • Sie fermentieren Ballaststoffe.
  • Sie bilden kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat.
  • Sie unterstützen die Darmschleimhaut.
  • Sie produzieren bestimmte Vitamine.
  • Sie trainieren unser Immunsystem.

Der Dickdarm ist auf diese bakterielle Aktivität ausgelegt. Dort entstehen regelmäßig Gase und bakterielle Stoffwechselprodukte. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal.

Der Dünndarm hat dagegen eine andere Aufgabe. Hier werden Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate aufgespalten und Nährstoffe aufgenommen. Deshalb ist die Bakterienzahl im oberen Dünndarm normalerweise deutlich niedriger als im Dickdarm.1

Kurz gesagt:

  • Viele Bakterien im Dickdarm: normal und wichtig.
  • Zu viele Bakterien im Dünndarm: potenziell problematisch.

Welche Bakterienarten können bei SIBO beteiligt sein?

Bei SIBO können verschiedene Bakterienarten beteiligt sein. In Fachquellen werden unter anderem Streptococcus, Bacteroides, Escherichia, Lactobacillus, Klebsiella und Aeromonas beschrieben.1

Wichtig ist: Es gibt nicht „das eine SIBO-Bakterium“. Entscheidend ist eher, dass die bakterielle Zusammensetzung und Aktivität im Dünndarm nicht mehr zur Funktion dieses Darmabschnitts passt.

4. Warum der Dünndarm normalerweise nicht überwuchert

Der Dünndarm ist nicht komplett steril. Er verfügt aber über mehrere Schutzmechanismen, die verhindern sollen, dass sich Bakterien dort zu stark vermehren.1

Dazu gehören:

  • Magensäure: Sie reduziert die Keimmenge, die mit der Nahrung in den oberen Verdauungstrakt gelangt.
  • Verdauungssäfte: Galle und Bauchspeicheldrüsensekrete helfen nicht nur bei der Verdauung, sondern beeinflussen auch das bakterielle Milieu.
  • Darmbewegung: Der sogenannte Migrating Motor Complex wirkt zwischen den Mahlzeiten wie eine Reinigungswelle.
  • Schleim und sekretorisches IgA: Diese Faktoren unterstützen die lokale Immunabwehr der Darmschleimhaut.
  • Ileozäkalklappe: Sie liegt zwischen Dünndarm und Dickdarm und kann helfen, Rückfluss aus dem Dickdarm zu begrenzen.

Wenn einer oder mehrere dieser Schutzmechanismen gestört sind, können Bakterien leichter im Dünndarm verbleiben oder aus dem Dickdarm zurückwandern. Genau hier beginnt bei vielen Betroffenen das Problem.

Der Migrating Motor Complex: Die „Putzwelle“ des Darms

Der VerlinkungMigrating Motor Complex, kurz MMC, ist eine wellenartige Bewegung des Dünndarms. Er läuft vor allem in Essenspausen ab und transportiert Speisereste, Sekrete und Bakterien weiter Richtung Dickdarm.

Wenn ständig gegessen wird oder die Darmbewegung gestört ist, kann dieser Mechanismus schwächer werden. Dadurch bleiben Nahrungsreste und Bakterien länger im Dünndarm. Für Bakterien bedeutet das: mehr Zeit, mehr Nahrung, bessere Wachstumsbedingungen.

5. Schwangerschaftsähnlicher Blähbauch und Brain Fog

Ein besonders typisches Symptom bei SIBO ist ein stark aufgeblähter Bauch. Viele Betroffene beschreiben ihn als schwangerschaftsähnlichen VerlinkungBlähbauch: morgens noch relativ flach, nach dem Essen zunehmend gespannt, rund und schmerzhaft.

Der Grund: Bakterien im Dünndarm fermentieren Nahrungsbestandteile. Dabei entstehen Gase wie Wasserstoff oder Methan. Der Dünndarm ist aber nicht dafür gemacht, große Gasmengen zu speichern. Deshalb können Druck, Schmerzen, Blähungen und sichtbare Bauchaufblähung entstehen.1,2

Typische Beschwerden bei SIBO können sein:

  • Blähbauch, besonders nach dem Essen,
  • Blähungen und Druckgefühl,
  • Bauchkrämpfe oder Bauchschmerzen,
  • Durchfall,
  • Verstopfung,
  • Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung,
  • Völlegefühl, Übelkeit oder Aufstoßen,
  • Müdigkeit, Erschöpfung oder Brain Fog,
  • in ausgeprägten Fällen auch Gewichtsverlust oder Nährstoffmängel.1,2

Warum SIBO auch außerhalb des Darms auffallen kann

SIBO betrifft zwar den Dünndarm, kann aber den ganzen Körper belasten. Wenn Bakterien Nährstoffe verbrauchen, Gallensäuren verändern oder die Fettverdauung stören, kann es langfristig zu Mangelzuständen kommen. Beschrieben sind unter anderem Probleme mit Vitamin B12, fettlöslichen Vitaminen und der Fettaufnahme.1,2

Manche Betroffene berichten außerdem von Konzentrationsproblemen, Benommenheit oder einem grippeartigen Krankheitsgefühl. Solche Beschwerden sind unspezifisch und können viele Ursachen haben. Sie sollten deshalb immer im Gesamtbild eingeordnet werden.

6. SIBO Test: Was ist ein Atemgastest?

Ein häufiger SIBO Test ist der VerlinkungAtemgastest. Dabei wird gemessen, wie viel Wasserstoff und Methan in der Atemluft vorkommt. Der Test ist nicht invasiv und wird meist mit Glukose oder Laktulose durchgeführt.1,4

Das Prinzip ist einfach:

  • Der Mensch selbst produziert Wasserstoff und Methan nicht in relevanter Menge.
  • Diese Gase entstehen vor allem durch mikrobielle Fermentation.
  • Wenn Bakterien Zucker im Darm verstoffwechseln, entstehen Gase.
  • Diese Gase gelangen ins Blut und werden über die Lunge abgeatmet.

Beim Atemgastest trinkt man eine Testlösung. Danach werden über mehrere Stunden Atemproben genommen. Steigen Wasserstoff oder Methan früh an, kann das ein Hinweis darauf sein, dass Bakterien bereits im Dünndarm aktiv sind.1,4

Glukose oder Laktulose?

Für den SIBO Atemgastest werden häufig zwei Substrate verwendet:

  • Glukose: wird normalerweise früh im Dünndarm aufgenommen. Ein früher Gasanstieg kann deshalb auf bakterielle Aktivität im oberen Dünndarm hinweisen.
  • Laktulose: wird nicht vom Menschen verdaut und wandert weiter durch den Darm. Dadurch kann sie andere Abschnitte erfassen, ist aber auch schwieriger zu interpretieren.

Kein Test ist perfekt. Deshalb ist wichtig, dass Vorbereitung, Durchführung und Auswertung sauber erfolgen. Antibiotika, Abführmittel, Prokinetika, Darmreinigungen und die Ernährung vor dem Test können das Ergebnis beeinflussen.1,4

Wasserstoff, Methan und IMO

Bei vielen SIBO Tests werden Wasserstoff und Methan gemessen. Ein Wasserstoffanstieg spricht eher für wasserstoffbildende Mikroorganismen. Methan ist häufig mit Verstopfung verbunden und wird heute oft als VerlinkungIMO bezeichnet: Intestinal Methanogen Overgrowth. Dabei stehen methanbildende Archaeen im Vordergrund, nicht klassische Bakterien.4,5

7. Ursachen: Warum entsteht eine Dünndarmfehlbesiedlung?

SIBO entsteht selten zufällig. Meist gibt es Faktoren, die das Wachstum von Bakterien im Dünndarm begünstigen.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:

  • Gestörte Darmbewegung: Wenn der Speisebrei zu langsam weitertransportiert wird, haben Bakterien mehr Zeit, sich zu vermehren.
  • Veränderungen der Anatomie: Operationen, Engstellen, Divertikel oder Blindschlingen können Stauungen verursachen.
  • Niedrige Magensäure: Zu wenig Magensäure kann die Keimkontrolle im oberen Verdauungstrakt schwächen.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können Magensäure, Motilität oder Mikrobiom beeinflussen.
  • Störungen der Verdauungssäfte: Probleme mit Galle oder Bauchspeicheldrüse können Verdauung und bakterielles Milieu verändern.
  • Grunderkrankungen: Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, Sklerodermie, Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder andere Erkrankungen können das Risiko erhöhen.1,2

Warum reine Symptombehandlung oft nicht reicht

Wenn nur die Bakterienmenge reduziert wird, aber die Ursache bestehen bleibt, kann SIBO wiederkommen. Deshalb ist die wichtigste Frage nicht nur: „Wie bekomme ich die Bakterien weg?“, sondern auch: „Warum konnten sie sich dort vermehren?“

Genau deshalb gehören Diagnostik, Ernährung, Motilität, Verdauungssäfte, Medikamente und Grunderkrankungen zusammen in ein Therapiekonzept.

8. Therapie: Was kann bei SIBO helfen?

Die VerlinkungTherapie einer SIBO sollte individuell geplant werden. Es gibt nicht die eine Standardlösung für alle Betroffenen. Entscheidend ist, welche Beschwerden vorliegen, welches Gasprofil im Atemgastest auffällig ist, welche Ursachen wahrscheinlich sind und ob Mängel oder Begleiterkrankungen bestehen.

Grundsätzlich geht es um drei Ebenen:

  • 1. Überwucherung reduzieren: zum Beispiel durch Antibiotika oder in manchen Konzepten durch pflanzliche antimikrobielle Strategien.
  • 2. Beschwerden und Mängel behandeln: zum Beispiel Ernährung, Nährstoffe, Elektrolyte oder symptomatische Unterstützung.
  • 3. Ursache angehen: zum Beispiel Motilitätsstörung, niedrige Magensäure, anatomische Probleme, Medikamente oder Störungen der Verdauungssäfte.1,2

Antibiotika und medizinische Therapie

In der Schulmedizin werden bei SIBO häufig Antibiotika eingesetzt. Je nach Situation kommen unterschiedliche Wirkstoffe infrage. Rifaximin wird häufig genannt, bei methanpositiven Befunden teilweise auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen.1,5

Wichtig: Antibiotika können sinnvoll sein, sind aber keine dauerhafte Lösung, wenn die zugrunde liegende Ursache nicht berücksichtigt wird.

Ernährung bei SIBO

Ernährung kann Beschwerden deutlich beeinflussen. Viele Betroffene reagieren auf stark fermentierbare Kohlenhydrate, große Mahlzeiten oder häufiges Snacken. Kurzfristig können angepasste Ernährungskonzepte helfen, Symptome zu reduzieren.

Mögliche Ansätze sind:

  • vorübergehend weniger fermentierbare Kohlenhydrate,
  • eine individuell angepasste VerlinkungLow-FODMAP-Ernährung,
  • ausreichende Essenspausen zur Unterstützung des Migrating Motor Complex,
  • schrittweiser Wiederaufbau der Ernährung, damit die Lebensmittelauswahl nicht unnötig eng bleibt.

Mehr Informationen zur FODMAP-Ernährung findest du Verlinkunghier.

Motilität und Rückfallprophylaxe

Bei wiederkehrender SIBO spielt die Darmbewegung häufig eine zentrale Rolle. Wenn der Dünndarm zwischen den Mahlzeiten nicht ausreichend „aufräumt“, können Beschwerden nach einer erfolgreichen Therapie zurückkommen.

Sinnvolle Bausteine können sein:

  • regelmäßige Essenspausen,
  • Abklärung von Motilitätsstörungen,
  • Behandlung von Schilddrüsenproblemen oder Diabetes, falls relevant,
  • gegebenenfalls Prokinetika nach ärztlicher Einschätzung,
  • Behandlung struktureller Ursachen, wenn sie vorliegen.

9. Checkliste: Wann sollte man an SIBO denken?

Situation Warum SIBO möglich ist Sinnvoller nächster Schritt
Starker Blähbauch kurz nach dem Essen Frühe Gasbildung kann darauf hinweisen, dass Bakterien bereits im Dünndarm fermentieren. Symptomtagebuch führen und Atemgastest mit H2/CH4 erwägen.1,4
Reizdarmdiagnose ohne klare Ursache SIBO und Reizdarm können ähnliche Beschwerden verursachen und auch gemeinsam vorkommen. Gezielte Differenzialdiagnostik statt reiner Symptombehandlung.2
Verstopfung plus Methan im Atemtest Methan ist häufig mit verlangsamter Darmpassage verbunden. Oft spricht man dann von IMO. Therapie nicht nur auf Wasserstoff-SIBO ausrichten, sondern Methanbefund berücksichtigen.4,5
Beschwerden nach Magen-Darm-Infekt Nach Infekten kann die Darmbewegung gestört sein. Dadurch kann bakterielle Überwucherung begünstigt werden. Motilität, Ernährung und mögliche SIBO-Diagnostik prüfen.
Wiederkehrende Beschwerden nach Antibiotika Wenn Ursachen bestehen bleiben, kann SIBO nach erfolgreicher Behandlung zurückkehren. Ursachenanalyse: Motilität, Verdauungssäfte, Medikamente, Anatomie und Grunderkrankungen.

10. FAQ: Häufige Fragen zu SIBO

Was ist SIBO?

SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth. Gemeint ist eine bakterielle Überwucherung beziehungsweise Fehlbesiedlung des Dünndarms. Auf Deutsch spricht man auch von Dünndarmfehlbesiedlung oder DDFB.1,2

SIBO Test: Was ist das?

Beim SIBO Atemgastest wird geprüft, ob Darmmikroorganismen auffällig viel Gas produzieren. Ein früher Anstieg von Wasserstoff oder Methan kann darauf hinweisen, dass Bakterien oder methanbildende Mikroorganismen bereits im Dünndarm aktiv sind. Wichtig ist eine gute Vorbereitung, damit das Ergebnis nicht verfälscht wird.1,4

Kann SIBO Brain Fog verursachen?

Viele Betroffene berichten von Brain Fog, also Konzentrationsproblemen, Benommenheit oder geistiger Erschöpfung. Diese Beschwerden sind unspezifisch und können viele Ursachen haben. Bei SIBO können sie im Zusammenhang mit Verdauungsstörungen, Entzündungsprozessen, Nährstoffmängeln oder Stoffwechselprodukten von Mikroorganismen stehen.

Ist der Dünndarm bei gesunden Menschen steril?

Nein. Der Dünndarm ist nicht komplett steril. Im Vergleich zum Dickdarm enthält er aber deutlich weniger Bakterien. Diese niedrige Bakterienzahl wird durch Magensäure, Darmbewegung, Schleim, Immunfaktoren und die Ileozäkalklappe unterstützt.1

11. Glossar

Glossar: Wichtige Begriffe rund um SIBO und DDFB

SIBO
Small Intestinal Bacterial Overgrowth – eine bakterielle Überwucherung des Dünndarms.1,2
DDFB
Abkürzung für Dünndarmfehlbesiedlung. Gemeint ist, dass im Dünndarm zu viele oder ungünstige Mikroorganismen vorkommen.
Atemgastest
Nicht-invasiver Test, bei dem Wasserstoff und Methan in der Atemluft gemessen werden. Er wird häufig zur SIBO-Diagnostik eingesetzt.1,4
Migrating Motor Complex
Wellenartige Darmbewegung zwischen den Mahlzeiten. Sie hilft, Speisereste und Bakterien aus dem Dünndarm weiterzutransportieren.
Verdauungssäfte
Dazu zählen unter anderem Magensäure, Galle und Bauchspeicheldrüsensekrete. Sie unterstützen die Verdauung und beeinflussen das bakterielle Milieu im oberen Verdauungstrakt.
Bakterienarten
Bei SIBO können verschiedene Bakterienarten beteiligt sein, zum Beispiel Streptococcus, Bacteroides, Escherichia, Lactobacillus, Klebsiella und Aeromonas.1
IMO
Intestinal Methanogen Overgrowth. Dabei stehen methanbildende Mikroorganismen im Vordergrund. Methan ist häufig mit Verstopfung verbunden.4,5

12. Quellen

  1. MSD Manual Professional Edition. Small Intestinal Bacterial Overgrowth (SIBO). Reviewed/Revised Mar 2025, Modified May 2025. Abgerufen von
    https://www.msdmanuals.com/professional/gastrointestinal-disorders/malabsorption-syndromes/small-intestinal-bacterial-overgrowth-sibo
  2. Cleveland Clinic. SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth): Symptoms, Diagnosis, Causes & Treatment. Last updated 08/09/2024. Abgerufen von
    https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/21820-small-intestinal-bacterial-overgrowth-sibo
  3. Rao, S. S. C., & Bhagatwala, J. (2019). Small Intestinal Bacterial Overgrowth: Clinical Features and Therapeutic Management. Clinical and Translational Gastroenterology, 10(10), e00078. Abgerufen von
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31584459/
  4. Rezaie, A., Buresi, M., Lembo, A., et al. (2017). Hydrogen and Methane-Based Breath Testing in Gastrointestinal Disorders: The North American Consensus. American Journal of Gastroenterology, 112, 775–784. Abgerufen von
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28323273/
  5. Pimentel, M., Saad, R. J., Long, M. D., & Rao, S. S. C. (2020). ACG Clinical Guideline: Small Intestinal Bacterial Overgrowth. American Journal of Gastroenterology, 115(2), 165–178. Abgerufen von
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32023228/

 

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