SIBO Academy by Dr. Thomas Bacharach
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22. Oktober 2023
Mögliche Ursachen für eine SIBO: Medikamente
Mögliche Medikamente, die einen Einfluss auf die Entstehung einer SIBO haben können, sind Antibiotika, Opiate / Betäubungsmittel, Hormone / hormonelle Verhütung und entkrampfende Präparate.

Mögliche Ursachen für eine SIBO

Medikamente

Mögliche Medikamente, die einen Einfluss auf die Entstehung einer SIBO haben können, sind Antibiotika, Opiate / Betäubungsmittel, Hormone / hormonelle Verhütung und entkrampfende Präparate.

Dass Antibiotika das Mikrobiom beeinflussen ist einleuchtend. Oral aufgenommene Antibiotika kommen als erstes mit dem Darmmikrobiom in Kontakt, bevor sie über die Darmschleimhaut aufgenommen und zu ihrem eigentlichen Wirkort transportiert werden können. Dies hat Auswirkungen auf die Zusammensetzung und Diversität des Darmmikrobioms. Durch die veränderte Zusammensetzung kann es dazu kommen, dass einzelne Bakterien die Überhand gewinnen und Darmabschnitte des Dünndarms übersiedeln. Die Diversität nimmt durch die Übersiedelung einzelner Stämme weiter ab.

Unter der Einnahme von Opioiden, also Schmerzmittel auf Morphinbasis, ist eine der häufigsten Nebenwirkung Verstopfung. Die Schmerzmittel können die Aktivität der Nervenzellen im Darm hemmen und somit die Darmtätigkeit reduzieren. Betäubungsmittel haben eine ähnliche Wirkung. Des Weiteren können Opioide die Funktion und Zusammensetzung des Darmmikrobioms beeinflussen (1). Werden Opioide also über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann durch die reduzierte Darmmotilität die Grundlage für eine Dünndarmfehlbesiedlung geschaffen werden, ähnlich wie bei anderen Ursachen für eine reduzierten Motilität.

Auch Sexualhormone können die Diversität und Zusammensetzung des Mikrobioms beeinflussen (2). Zu den Sexualhormonen zählen zum Beispiel Östrogene und Gestagene, welche sich in hormonellen Verhütungsmitteln wie z.B. der Antibabypille befinden. Diese werden meist über einen langen Zeitraum konstant eingenommen und können somit auch das Mikrobiom beeinflussen. Unproblematischer erscheinen hier transdermale oder transvaginale Hormongaben, also Hormontherapie über die Haut oder vaginal. Mit diesen Präparaten kommen die Bakterien im Dickdarm nicht in direkten Kontakt.

Entkrampfende Präparate entspannen die Muskulatur, auch im Darm. Dies reduziert die Darmtätigkeit, was wiederum die Entstehung einer SIBO fördern kann.

Quellen

  1. Zhang L, Roy S. Opioid Modulation of the Gut-Brain Axis in Opioid-Associated Comorbidities. Cold Spring Harb Perspect Med. 2021 Sep 1;11(9):a040485. doi: 10.1101/cshperspect.a040485. PMID: 32816876; PMCID: PMC8415294.
  2. Shin, J.H.; Park, Y.H.; Sim, M.; Kim, S.A.; Joung, H.; Shin, D.M. Serum level of sex steroid hormone is associated with diversity and profiles of human gut microbiome. Res. Microbiol. 2019, 170, 192–201

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